Bio

Martin von Arndt, Sohn ungarischer Eltern, geboren in Ludwigsburg. Studium der Literatur-, Reli­gions­wissen­schaft und Psychologie u.a. in Saarbrücken, Budapest und Würzburg. Promotion.

Stellvertretender Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg, Mitglied im PEN.

Lebt als Schriftsteller, Musiker und Dozent (Literatur-, Creative Writing-Seminare) unweit von Stuttgart und in Essen. Derzeit in acht Sprachen übersetzt.

Gründungsmitglied der Experi­mental­musik-­Formation ©Printed at Bismarck’s Death. Seit 1983 über 20 Publikationen auf LP/CD, Hörspiel- und Filmmusik für Produktionen des WDR und NDR, Theater- und Tanz­theater­perfor­mances im In- und europäischen Ausland. Daneben musikalische Seiten­projekte und Live­auftritte als Gastsaxophonist für zahlreiche Bands.

Lyrikübersetzungen aus dem Fran­zösi­schen, Engli­schen, Spa­nischen, Un­ga­rischen. Lese­reisen im In- und Ausland, zudem Schul-, Salon- und JVA-Lesungen.

Phasenweise tätig als Musikredakteur, Schreinergehilfe, Wahlkampfmanager und Winzroller-Testfahrer. Weißwein-Liebhaber, leidgeprüfter Fan des MSV Duisburg und bemer­kenswert schlechter Boxer (190cm / 90kg / Schwergewicht).

Literarische Auszeichnungen u.a.:
2000: Förderpreis zum Limburg-Preis Bad Dürkheim
2003: Stadtschreiber von Rottweil, Förder­stipendium des Auswärtigen Amts
2007: Großes Landes­literatur­stipendium Baden-Württemberg
2008: Teilnahme am Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis
2010: Thaddäus-Troll Preis
2016/2013/2008 et al: Arbeits­stipen­dien des Förder­kreises deutscher Schriftsteller

Presse: Kurzbiographie (bitte klicken)

Martin von Arndt, Sohn ungarischer Eltern. Nach der Promotion in Reli­gions- und Lite­ratur­wissen­schaft lebt er als Schriftsteller und Musiker bei Stuttgart und in Essen. Er ist Stellvertretender Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg und Mitglied im PEN. Neben CDs sowie Film- und Hörspielmusik mit der Avantgarde-Rockband Printed At Bismarck’s Death veröffentlichte er mehrere Romane, Theaterstücke, Lyrik und Sachbücher. 2016 erschien sein Roman „Rattenlinien“, der die Flucht von Nazikriegsverbrechern nach Übersee thematisiert. Von Arndt erhielt für sein Werk zahlreiche Preise und Stipendien, darunter das große Landes­literatur­stipen­dium Baden-­Württemberg und den Thaddäus-Troll-Preis. 2008 war er Teilnehmer am Bachmann-­Wettbewerb in Klagenfurt. + www.vonarndt.de [800 Zeichen]

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Bibliographie

Rattenlinien. Roman. Cadolz­burg 2016.
Tage der Nemesis. Roman. Cadolz­burg 2014.
Oktoberplatz. Roman. Tübingen 2012.
Der Tod ist ein Postmann mit Hut. Roman. Tübingen 2009.
Klassiker der Religionspsychologie. Sachbuch. Aachen 2008.
ego shooter. Roman. Tübingen 2007.
Wir vom Jahrgang 1968. Sachbuch. Gudensberg-Gleichen 2006.
Geist der schwarzen Tage. Mysterien­krimi. Freiberg/Sachsen 1987/2005.
Nachtmeerfahrer. Sachbuch. Marburg 2003.
Der Fußballcrash. Sachbuch. Stuttgart, Ulm 2002.
Asrael. 53 Beschwörungen eines Engels. Lyrik. Freiberg/Sachsen 2001.
Lemuren. Arbeiten für das Theater. Aachen 2000/2008.
Tiefenpsychologische Bibelexegese. Sachbuch. Marburg 1999/2009.
Der 40. Tag vor Sophienlund. Erzählungen. Freiberg/Sachsen 1997.
▪ Gescheiterte Individuation. Sach­buch. Marburg 1996.
Corbière: Die gelben Leidenschaften. Nachdichtung. Saarbrücken 1990. (vergr.)

Seit 1986 zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Lite­ratur­zeit­schriften.

Persön­lichkeits­fragebogen nach Marcel Proust

Woran arbeiten Sie gerade?
An einem Buch, das meine Erzählungen der letzten anderthalb Jahrzehnte zusammenfaßt.

Wo möchten Sie leben?
Überall, nur nicht hier.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Aufzuwachen mit einer neuen Idee für eine Geschichte, die sich am nächsten Tag nicht als Blödsinn entpuppt.

Welche Fehler können Sie am ehesten entschuldigen?
Antriebslosigkeit

Was ist für Sie das größte Unglück?
Aufzuwachen mit einer neuen Idee für eine Geschichte, die sich am nächsten Tag als vollkommener Blödsinn entpuppt.

Ihr liebster Romanheld?
Kreuzgang, der Protagonist aus Bonaventuras Nachtwachen.

Ihre Lieblingsautoren und -bücher?
Nachtwachen von Bonaventura, Samuel Beckett: Murphy, Marcel Schwob: Roman der 22 Lebensläufe, Gedichte von Arthur Rimbaud, Mircea Dinescu, Aleksandr Blok und Anna Achmatova, Erzählungen von Julio Cortázar und E. L. Doctorow, Michel de Ghelderode: Die Ballade vom Großen Makabren, William Shakespeare: Hamlet, Tristan Corbière: Die gelben Leidenschaften, Fjodr Dostoewskij: Die Teufel, Maurice Maeterlinck: Tintagiles Tod, Yasunari Kawabata: Handtellergeschichten, Daniil Charms: Fälle, Ilya Erenburg: Julio Jurenito, Tom Stoppard: Rosenkranz und Güldenstern sind tot, Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr, Pavel Kohout: Weißbuch in Sachen Adam Juracek, Wilhelm Genazino: Ein Regenschirm für diesen Tag, Jürg Amann: Die Baumschule, Arnold Stadler: Der Tod und ich, wir zwei, Toni Morrison: Liebe, Joachim Zelter: Schule der Arbeitslosen, John Coetzee: Leben und Zeit des Michael K., Alan Ayckbourn: Man of the Moment, Donald Barthelme: The King, John Williams: Stoner, Dimitri Verhulst: Die Beschissenheit der Dinge, Norbert Zähringer: Als ich schlief (…)

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Rosa Luxemburg

Ihre Lieblingsmaler?
Francisco de Goya, Max Ernst, Jackson Pollock

Ihre Lieblingskomponisten?
Sergej Prokofev, Aleksandr Mosolov, Alberto Ginastera

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Fehlende Zickenhaftigkeit, Intelligenz, Selbst-Bewußtsein (im wahrsten Wortsinn).

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Zuhörvermögen, Intelligenz, Be­schei­den­heit.

Ihre Lieblingstugend?
Mut

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Boxen

Wer oder was hätten Sie gern sein mögen?
Ein besserer, also ein guter 200m-Läufer.

Ihr Hauptcharakterzug?
Keine Ahnung. Vielleicht Skepsis?

Ihr größter Fehler?
Überkorrektheit

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Die Geduld, die sie für mich aufbringen.

Ihre Lieblingsfarbe?
Schwarz (wenn das als Farbe zählt).

Ihr Lieblingsgericht?
Hm. Vermutlich das OLG Hamburg.

Ihr Lieblingsvogel?
Die Takahe-Ralle. Hat sich bis vor ein paar Jahren selbst noch für ausge­storben gehalten. Eines der dümmsten Viecher der Weltgeschichte, aber lustig anzusehen.

Ihre Lieblingsnamen?
Nikolai, Fabienne, Leila; außerdem alle, die wie Kartoffelsorten klingen.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Inkonsequenz, Ignoranz, reaktionäres Denken, die häßliche Mixtur aus politischem Konservatismus und Neo­libera­lismus; und nicht zu vergessen: den Terror einer gleich­geschalteten, globa­lisierten Konsum­gesellschaft, in der alle Städte und Menschen gleich aussehen, gleich denken, gleich fühlen, das gleiche wollen und tun.

Welche geschicht­lichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?
Hitler und seine ganze Blase, Stalin, die Nixons und Bushs dieser Welt.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die neue deutsche Rechtschreibreform. Eine Lachnummer.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Leichtigkeit: im Schreiben, Performen, Leben.

Wie möchten Sie gern sterben?
„Wie“ kann ja nicht die Frage sein, eher „wo“. Nämlich überall, nur nicht hier.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Demenzfrei. Zum Glück.

Ihr Motto?
Verkauf niemals deine Henne an einem Regentag.

Mehr zu meinen Schreibgewohnheiten, meiner Schreibumgebung und einigen „Marotten“ finden Sie in diesem Interview aus dem Jahr 2015.

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