Julian Barnes: Flauberts Papagei

Barnes, 1946 in Leicester geboren, Lexikograph, Kritiker, lebt heute als freier Schriftsteller in London.

„Roman“ möchte man das Büchlein nicht nennen. Eher „Dozenten-Prosa“: Ein britischer Arzt und Hobby-Flaubert-Kenner schwadroniert geläufig und geschwätzig über die komischen und unkomischen Seiten in Flauberts Werk, in Flauberts Apokryphen und seinem Liebesleben. Als Aufhänger dient ein doppelter Papagei, der bei Gustave einst die Muse ersetzte, aber das ist für das endlos mäandernde Buch auch komplett unwichtig. Literarhistorikerhumor. Ein Kultbuch für den frustrierten universitären Mittelbau, für verklemmte AnglistInnen und RomanistInnen, die sich das Buch in miefigen Aulabänken zwischen die Schenkel stecken können und sich dabei verschämt hüstelnd Luft zufächern. Wen wie mich die Worte „causieren“ und „parlando“ zum Brechen reizen, sollte die Finger davon lassen.

Julian Barnes: Flauberts Papagei. Roman. 1984 / dt. 1987 bei Haffmanns

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