Die Stunde des E-Books?

In der Corona-Krise viel lesen: eine der besten Methoden, mit der wir dieser irren Zeit begegnen können. Da nun aber der stationäre Buchhandel geschlossen ist und Online-Händler wie Amazon beschlossen haben, dass Bücher zu versenden nicht mehr relevant ist, bleibt für diejenigen, die nicht Lektüre gehamstert haben, nur der Griff zum E-Book.
Endlich! Deutschland ist eines der wenigen Länder, das sich hartnäckig dem elektronischen Lesen verweigert, was mir persönlich – erklärtem E-Book-Fan – komplett unverständlich ist.
Wenn Sie keinen E-Book-Reader haben und auch nicht planen, sich einen zuzulegen (ist dieser Tage auch schwer, noch einen zu erwerben), können Sie E-Books auch am Smartphone, Tablet, Laptop oder Desktop-Computer lesen.
Was sind die meines Erachtens empfehlenswertesten Apps bzw. Programme hierfür?
– Wenn Sie via Smartphone oder Tablet lesen wollen, empfehle ich eReader Prestigio. Die App ist kostenlos in der Basisversion (die alle wichtigen Features beinhaltet) und beherrscht alle gängigen E-Book-Formate, v.a. Epub und PDF. Nur die Kindle-Formate Mobi oder AZW kann sie – wie die meisten Reader-Apps – nicht verarbeiten.
– Wenn Sie via Computer oder Laptop lesen, empfehle ich das ebenfalls kostenlose Programm Calibre. Mit Calibre können Sie Ihre eigenen E-Books gestalten, es enthält aber auch einen eingebauten Reader, um alle gängigen E-Book-Formate (wiederum ohne die Kindle-Formate) zu lesen.
(Calibre ist ebenfalls für die gängigsten Linux-Distributionen erhältlich. Wenn Sie hier wie da mit Macintosh unterwegs sind, muss ich leider passen.)

Diese Krise, davon gehen Fachleute aus, wird den deutschen Buchhandel regelrecht umgraben. Autor_innen, Verleger_innen, Buchhändler_innen wissen nicht, ob und wie sie die nächsten Monate finanziell stemmen sollen. Es kann zu einer ganzen Reihe von Verlagspleiten, es wird ganz sicher zu unzähligen Geschäftsaufgaben im stationären Buchhandel kommen.
Wenn Sie also favorisierte Autor_innen oder eine favorisierte Buchhandlung haben: Bitte unterstützen Sie sie, indem Sie jetzt E-Books dort erwerben. Fast alle Buchhandlungen bieten Ihnen die Möglichkeit, über ihre Webseite E-Books zu kaufen und direkt herunterzuladen, ob auf Reader, auf Smartphone oder Computer. Dabei schlagen Sie der Langeweile und dem Lagerkoller ein Schnippchen – und vielleicht auch dem erwartbaren Krisengewinnler Amazon … danke.

PS: Dies sind übrigens meine favorisierten Buchhandlungen für den E-Book-Erwerb:
Buchhandlung am Markt, Markgröningen
Quichotte – Literarische Buchhandlung Tübingen

Nächster Artikel

Online-Kurssystem

Voriger Artikel

Lesung in Berlin fällt aus!