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Kostenlose E-Books: Nachtwachen von Bonaventura + Shakespeare: Hamlet + Heinrich Mann: Der Untertan + Klaus Mann: Mephisto + Kafka: Erzählungen + Beckford: Vathek + Henri Barbusse: Das Feuer + Salomon An-ski: Der Dibbuk + Voltaire: Candide + Maeterlinck: Pelleas und Melisande + E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann + Werfel: Die vier­zig Tage des Musa Dagh + Büchner: Leonce und Lena + Dostojewskij: Die Dämonen + Mey­rink: Der Golem + Klabund: Borgia + Rimbaud: Werke + Kurz: Florentiner Novellen + Andrejew: Erzählungen + Marlowe: Doctor Faustus + Hier geht’s zu den fremdsprachigen kostenlosen E-Books

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Für den Computer (Laptop) gibt es kostenlose E-Reader-Software, z.B. Adobe Digital Editions, iBooks, Calibre oder Kindle for PC. Wenn Sie kein eigenes Programm installieren möchten, können Sie in Firefox oder Chrome auch ein Addon installieren, ein kleines Hilfsprogramm, mit dem Sie in Ihrem Browser E-Book-Dateien öffnen und lesen können.
Zunächst müssen Sie sich für ein Format entscheiden, mit dem Ihr Kindle auch klarkommt. Generell empfehle ich hierfür die Mobi-Datei (ich biete alle E-Books im Epub- oder Mobi-Format an). Sowohl ältere wie auch neuere Kindle können Mobi lesen und verarbeiten. Da ich selbst keinen Kindle besitze, kann ich diese Dateien allerdings nur auf der Kindle-App testen. Aber da ich die Mobi-Dateien mithilfe des Amazon eigenen Kindle Previewer-Programms erstelle, können Sie davon ausgehen, dass sie auch mit Ihrem Kindle funktionieren.

Anschließend gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Sie die E-Books auf Ihren Kindle bekommen. Unter diesem Link zu pctipps.de finden Sie Anleitungen für mehrere Methoden. Sollten alle nicht funktionieren - von Zeit zu Zeit ändert Amazon die Möglichkeiten, wie man E-Books überspielen kann -, sollten Sie die Suchmaschine Ihrer Wahl nutzen und nach einem entsprechenden Tutorial Ausschau halten.
Ganz einfach: Weil sie das E-Book in genau drei Versionen enthält! Dafür kann ich nichts, das ist Standard bei Amazon. Es gibt eine Version für ältere Geräte, eine Version für aktuelle Geräte und eine für künftige Weiterentwicklungen. Auf diese Weise garantiert Amazon, dass Ihr Kindle, egal, welches Gerät Sie benutzen, immer eine passende E-Bookdatei vorfindet, mit dem es etwas anfangen kann.
Laden Sie die Epub-Datei am Computer herunter, verbinden Sie Ihren E-Reader mit dem Computer und laden Sie das Epub ins richtige Verzeichnis auf dem Reader. Wenn Sie in Ihrem E-Reader einen Browser haben, können Sie auch versuchen, vonarndt.de/kostenlose_e-books/ zu öffnen und das Epub direkt von hier auf den Reader zu laden. Aber das kann ein wenig tricky werden, weil die Reader häufig Browser verwenden, die mit modernen Internetseiten so ihre Probleme haben (weshalb meine Homepage unter Umständen nicht reibungslos funktioniert).
Selbstverständlich können Sie die Bücher auch online lesen, dann brauchen Sie sich um keinen Reader, keine Software, kein Addon für Ihren Browser bemühen. Klicken Sie einfach das Buchcover in der linken Spalte an. Anschließend öffnet sich eine sogenannte "Lightbox" (eine Art neues Fenster) in Ihrem Browser mit integriertem E-Reader. Hier können Sie jetzt einfach loslegen mit dem Lesen. Sie können jederzeit die Schriftgröße verändern oder einen dunklen Lesemodus wählen. Es gibt außerdem ein Inhaltsverzeichnis, mit dem Sie durch die Kapitel navigieren können - und Sie können sogar ein Lesezeichen setzen, falls Sie ein andermal zurückkehren und an der Stelle weiterlesen wollen, an der Sie aufgehört haben.
Das ist natürlich keine ganz leicht zu beantwortende Frage. Es kommt darauf an, welche Features Ihnen bei einem Reader wichtig sind. Am besten schauen Sie sich ein paar Geräte im direkten Vergleich an. Achten Sie darauf, dass der E-Paper-Bildschirm Schriften scharf darstellt und immer gut lesbar ist, auch bei Sonneneinstrahlung (weil Sie vielleicht auch einmal auf einer Sommerwiese liegend lesen möchten); achten Sie auf die Einstellungsmöglichkeit für „Nachtlicht“, damit Sie, wenn Sie nachts im Bett lesen, nicht wieder wach werden (mehr Rotlicht tut uns da gut); außerdem weiß ich, dass es manchen Leser*innen wichtig ist, dass das Gerät gut in der Hand liegt und nicht zu schwer ist.

Ich persönlich achte darauf:
1.) Mein Reader soll keine Marktbindung haben – ich möchte meine E-Books bei den von mir favorisierten Buchhandlungen kaufen können, nicht bei einem Großkonzern. Damit scheidet ein Kindle (Amazon) schon einmal aus.
2.) Ich möchte auch freie Auswahl der Reader-App haben, die ich verwende, nicht irgendetwas, das mir das Betriebssystem des Readers vorgibt und mit dem ich vielleicht nicht klarkomme. Damit scheidet ebenfalls ein Kindle aus, aber auch Kobo- oder Tolino-Reader nutzen ausschließlich ihre eigene App.
3.) Ich bevorzuge Reader mit Android-Betriebssystem. Die sind voll konfigurierbar, was mir entgegenkommt; ich kann weitere Android-Apps, mit denen ich gern arbeite, aufspielen; außerdem haben sie weder Markt- noch Reader-App-Bindung.
4.) Ich möchte einen Reader mit ausreichend Speicherkapazität haben. Die meisten kann man inzwischen leider nicht mehr mit externer SD-Karte nachrüsten, und wenn Sie wie ich eine Bibliothek von dreitausend und mehr Titeln haben, kann der Speicherplatz schnell eng werden. Zumal die Hersteller nur die Gesamtkapazität des verbauten Speichers angeben, von der rund 50% für das Betriebssystem abzuziehen sind.
Allerdings befindet man sich mit diesen Vorstellungen auch gleich im mittleren Preissegment, also schnell einmal bei 300.- Euro und mehr ...
Weil ich zwar sehr wohl zahlreiche Lieblingsbücher von Autorinnen habe - aber die sind, weil sie fast ausnahmslos aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen, alle nicht gemeinfrei. (Was auch mit dem Umstand zusammenhängt, dass es Frauen etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sehr schwer hatten, in der männerdominierten Literaturwelt Fuß zu fassen. Weswegen die Zahl von Literaturwerken, die von Männern veröffentlicht wurden, im Vergleich zu der von Frauen lange Zeit exorbitant hoch war - was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, bei gemeinfreien Werken eher Werke von Männern anzutreffen.)

Nachtwachen von Bonaventura

Nachtwachen von Bona­ventura ist ein pseu­donym erschie­nener Schel­menroman, der August Klinge­mann zugeschrieben wird und 1804 (bzw. 1805) publiziert wurde. In der Forschung war die Autor­schaft des von der Kritik hoch­geschätzten Romans lange Zeit ungeklärt.

Kreuzgang, der Prota­gonist, ist ein Nacht­wächter. Auf seinen nächt­lichen Streif­zügen trifft er auf skurrile Gestalten, die er satirisch aufs Korn nimmt.

Der Roman gilt als eine der zentralen Schriften der schwar­zen Romantik und des litera­rischen Nihi­lismus.

Was der Roman für mich bedeutet: Die Nachtwachen waren eine der ganz großen Entdeckungen meiner Jugend. Ich habe das Buch mit achtzehn Jahren gelesen, war völlig hingerissen von seiner Mischung aus Düsternis und Humor – vor allem aber von der Meisterschaft, wie der Autor hier die Zeit (die Nacht) „verräumlicht“.

Das Buch hat mich viele Jahre lang beschäftigt und begleitet – nicht zuletzt habe ich darüber meine Magisterarbeit geschrieben und die intensive Auseinandersetzung mit der schwarzen Romantik nie bereut.

William Shakespeare: Hamlet

Hamlet ist eines der bekann­testen Theater­stücke der Welt, vom wohl bekann­testen Theater­autor der Welt. Auch wenn man mit an Sicher­heit gren­zender Wahrschein­lichkeit davon ausgehen kann, dass William Shakespeare, Schau­spieler und Theater­direktor in London, nicht der Verfasser dieses Stücks gewesen ist, sind die Namen Shakespeare und Hamlet doch untrennbar mitein­ander verbunden.

Der Text wurde in der heute vorlie­genden Fassung zwischen Februar 1601 und Sommer 1602 fertig­gestellt und wahr­scheinlich in diesen Jahren erstmals am Globe Theatre aufgeführt.

Diese E-Book­ausgabe beinhaltet die englische Original­version sowie die deutschen Über­setzungen von August Wilhelm Schlegel und Christoph Martin Wieland.

Was das Theaterstück für mich bedeutet: Ich kann sagen, ohne zu übertreiben, dass ich durch den Hamlet überhaupt erst zum Lesen gekommen bin. Es war ein Zufall, dass ich das Theater­stück in der Über­setzung von Wieland als Teenager in die Hände bekommen habe – aber es war wohl kein Zufall, dass es mich regelrecht „angefixt“ hat, mehr zu lesen. Mehr von Shakespeare. Mehr von klassischer Theater­literatur. Überhaupt: mehr von allem.

Aus heutiger Sicht konsta­tiere ich deshalb: Meine Liebe zur und mein Leiden an der Lite­ratur beginnt mit dem Hamlet.


Übrigens: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Kennen Sie schon meinen Einakter Horatio, der die Ge­schichte von Hamlet nach dessen Tod aufgreift …?
Falls nicht, können Sie das Buch hier online lesen.

Heinrich Mann: Der Unter­tan

Der Unter­tan von Hein­rich Mann (1871-1050) ist einer der Klas­siker des deutsch­sprachi­gen Ro­mans des 20. Jahr­hun­derts. Erst­mals er­schie­nen 1918, ist er der beste Beleg dafür, dass sich poli­tisch enga­gierte Lite­ra­tur und glän­zen­der Stil nicht aus­schließen müssen (wie vom bür­gerli­chen Publi­kum tra­ditio­nell gern be­haup­tet).

An­sons­ten muss ich zu diesem Ro­man wohl nichts weiter schrei­ben – wer ihn tat­säch­lich noch nicht kennt, hat jetzt die Gele­ge­nheit, ihn zu lesen!

Was der Ro­man mir bedeutet: Heinrich Mann war für mich immer das Vorbild in sachen anti­faschis­tischer Wach­heit und großer poli­ti­scher Lite­ra­tur. Zwar mag sein Bruder Thomas der etwas bessere Sti­list gewe­sen sein – dafür „funktio­nieren“ die Ro­mane von Hein­rich Mann auch bei einem heuti­gen Publi­kum und sind gesell­schafts­poli­tisch so ak­tuell wie eh und je.

Klaus Mann: Me­phis­to

Klaus Manns (1906-1949) Me­phis­to war einer der Skan­dal­roma­ne der deut­schen Lite­ratur­ge­schich­te schlecht­hin. Erst­mals 1936 in den Nie­der­lan­den er­schie­nen, gab es wegen des in ihm ent­halte­nen mehr oder weni­ger un­ver­stell­ten kri­ti­schen Port­räts des Schau­spie­lers Gus­taf Gründ­gens ein lan­ges recht­liches Nach­spiel in der Bun­des­repu­blik, in dem unter ande­rem ent­schie­den wer­den musste, ob Kunst­frei­heit oder Per­sön­lich­keits­rech­te hö­her ein­zu­schät­zen wä­ren und der Roman des­halb nicht publi­ziert werden dürfe. Das Buch konnte des­halb erst in den 1980er Jah­ren wieder of­fi­ziell im Wes­ten er­schei­nen (wäh­rend es in der DDR frag­los pub­li­ziert wor­den war).

Zum E-Book: Ist das Buch des­halb obso­let gewor­den, weil sich heute kaum mehr jemand für Gründ­gens inte­res­siert? Ich denke nicht. Im Kern des Ro­mans steht für mich viel­mehr die Fra­ge, ob sich Künst­ler*in­nen in einer Dik­ta­tur auf rein ästhe­tizis­tische Po­sitio­nen zurück­ziehen dür­fen, um wei­ter­arbei­ten zu kön­nen. (Und das gilt natür­lich nicht nur für Künst­ler*in­nen, son­dern auch für Sport­ler*in­nen, im Grun­de für uns alle.) Und diese Frage ist ange­sichts der poli­ti­schen Situa­tion in Russ­land, Bela­rus oder China wich­tiger denn je.

Doch – mal ganz abge­sehen davon – halte ich Mephis­to für einen durch und durch groß­artig geschrie­benen Roman.

Franz Kaf­ka: Er­zäh­lun­gen und Apho­ris­men

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Franz Kafka (1883-1924) ist für mich eine der Schrift­stel­ler­per­sön­lich­kei­ten, die mich mit­hin am meis­ten beein­druckt hat. Ich ver­danke ihm vor al­lem in mei­nem eige­nen frü­hen Schrei­ben sehr viel in Sa­chen Stil­wille und kaf­kaes­ker In­halt­lich­keit.

Aller­dings fand ich schon immer, dass er in seiner kür­ze­ren Prosa viel stär­ker ist als in seinen Roma­nen bzw. Roman­frag­menten. Des­halb prä­sen­tiere ich hier auch aus­schließ­lich eini­ge sei­ner be­kann­tes­ten Erzäh­lun­gen und sons­tigen Kurz­prosa – sowie seine Apho­ris­men, die einem deut­schen Publi­kum, sehr zu Un­recht, noch eher unbe­kannt sind.

Im E-Book fin­den sich neben ande­ren Prosa­tex­ten: Die Ver­wand­lung, Auf der Gale­rie, Das Ur­teil, Der Kübel­reiter, Der Schlag ans Hof­tor, Ein Be­richt für eine Aka­demie, Ein Hun­ger­künst­ler, Vor dem Gesetz, In der Straf­kolo­nie, Beim Bau der Chi­nesi­schen Mauer, Erstes Leid und Brief an den Va­ter.

Wil­liam Beck­ford: Va­thek

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Die Ge­schich­te des Ka­li­fen Vathek ist ein Ro­man, der 1783 vom lite­ra­risch di­let­tie­ren­den Wil­liam Tho­mas Beck­ford (1760-1844) ge­schrie­ben wurde, der einer der reichs­ten Män­ner Eng­lands war und vor allem be­kannt wurde als (eben­falls di­let­tie­ren­der) Bau­meis­ter der Anwe­sen von Font­hill Abbey und Lans­down Tower. Ver­fasst hat er das Buch ur­sprüng­lich auf Fran­zö­sisch (wa­rum auch nicht, er hatte ja Zeit, außer­dem wohl die sprach­li­chen Fä­hig­kei­ten). Erst spä­ter, als er mit der eng­li­schen Über­set­zung, mit der er einen Kol­le­gen be­auf­tragt hatte, un­eins war, schrieb er eine engli­sche Version, die heute als die be­vor­zugte Ver­sion gilt.

Vor­bild dieses Buchs, das sich an keine lite­rari­sche Kon­ven­tion des Story­tel­lings hält, sind die Ge­schich­ten aus Tau­send­undei­ner Nacht, de­nen sich Beck­ford ver­pflich­tet fühlt – da­rauf deutet be­reits Vath­eks Her­kunft als „neun­ter Ka­lif aus dem Hau­se der Abba­siden“ hin (die Ge­schich­ten aus Tau­send­undei­ner Nacht spie­len im Bag­dad der Ab­basi­den­zeit). Das E-Book prä­sen­tie­re ich in der deut­schen Über­set­zung von Franz Blei und im engli­schen „Ori­gi­nal“.

Henri Bar­busse: Das Feuer

Henri Bar­busse (1873-1935) war einer der wich­tigs­ten poli­ti­schen Schrift­steller im Frank­reich des 20. Jahr­hun­derts. Sein Roman Das Feuer von 1916 ist einer der ers­ten dezi­dier­ten Anti­kriegs­romane der Lite­ratur­ge­schich­te, sozu­sa­gen die fran­zö­sische Ver­sion von Im Wes­ten nichts Neues – nur Re­marque um Jah­re voraus, und Bar­busse bringt den Schrecken die­ses Ver­nichtungs­krieges nach mei­nem Dafür­halten mehr auf den Punkt.

Was der Roman für mich bedeu­tet: Ich halte ihn für eines der ein­drucks­volls­ten Bücher der Zwi­schen­kriegs­zeit, ein Fanal gegen Krieg, gegen die ma­schi­nelle Ver­nich­tung des Men­schen durch den Men­schen. Bar­busse gibt den Kriegs­toten, den Zah­len und Fakten, ihre in­divi­duel­len Schick­sale zurück.

Salo­mon An-ski: Der Di­bbuk

An-ski, der eigent­lich Shlomo Sanwel Rappo­port (1863-1920) hieß, war ein rus­sisch-jüdi­scher Autor und schrieb auf Jid­disch. Sein be­deutends­tes Thea­ter­stück Der Dib­buk, 1920 ur­aufge­führt, ist eine Art jüdi­sches Mys­terien­spiel, mit stark sym­bolis­tischem Ein­schlag.

Zum Stück und zum E-Book: Das Thea­ter­stück zeigt ein­mal mehr exem­pla­risch die lite­rari­sche Größe der jid­di­schen Spra­che, die heute nicht mehr ernst­haft bezwei­felt wer­den soll­te. Wobei Der Dib­buk in der deut­schen Fas­sung von Arno Nadel meines Wis­sens hier­mit erst­mals als E-Book von mir vor­ge­legt wird.

Voltaire: Candide

Candide oder der Optimismus ist ein 1759 unter Pseudonym erschienener Roman von Voltaire, der eigentlich François-Marie Arouet hieß (1694-1778).

Das Buch des Auf­klärers ist eine hochkomische Ab­rechnung mit dem über­bor­denden Opti­mismus der äufkläre­rischen Philo­sophie (u.a. von Leibniz), der die Welt zur besten aller mögli­chen Welten erklärte. Voltaire fragt ganz trocken: Erdbe­ben, Kriege, Sklaverei und Völker­mord – wenn das die beste aller mögli­chen Welten sein soll, wie schlimm müssen dann die anderen erst sein …?

Diese E-Book­a­usgabe beinhaltet die franzö­sische Original­­version sowie die deutsche Über­­setzung von Adolf Ellissen.

Was der Roman für mich bedeutet: Auch dieses Buch habe ich in meiner Jugend entdeckt. Es ist eine der beißend­sten Sati­ren der Literatur­geschichte, und lange Jahre habe ich mich bei eigenen sati­rischen Texten an Vo­ltaire orientiert.

Denn man kann am Candide vortrefflich lernen, wie man amüsant, tief­ernst und mit klarem Blick auf den philo­so­phischen Hinter­grund eines Texts zu schreiben vermag.

Maurice Maeterlinck: Pelleas und Melisande

Der Belgier Maurice Maeter­linck erhielt im Jahr 1911 den Nobel­preis für Lite­ratur. Pelleas und Meli­sande aus dem Jahr 1893 ist eines seiner bekann­testen Theater­stücke und gilt als wich­tigster Text des symbolis­tischen Thea­ters.

Es ist ein Mär­chen, eine Art Traum­spiel. Die Per­sonen agieren mit schlaf­wand­lerischer (Un)Si­cherheit, eigent­lich taumeln sie nur durch ihre Leben. Alles ist ungehe­uerlich, ist bedeu­tungs­schwer und düster.

Dieses E-Book bein­haltet die deutsche Über­setzung von Fried­rich von Oppeln-Bro­nikowski (1903) und den franzö­sischen Origi­naltext. Die Über­setzung von Oppeln-Bro­nikowski gilt bis heute als epoche­machend und erscheint hier zum ersten Mal als E-Book.

Was das Theater­stück für mich bedeutet: Faszi­niert hat mich an Maeter­lincks frühen Theater­stücken – neben Pelleas und Meli­sande war das v.a. auch Tinta­giles Tod – die düstere Feier­lichkeit und die ein­fachen Mittel, mit denen er sein „Theater der Arche­typen“ umsetzt.

Dabei läuft er immer zu großer Form auf, wenn Maeter­linck „Mauer­schau“ betreibt – den münd­lichen Bericht einer Theater­figur über ein auf der Bühne nicht darge­stelltes Ereignis. Normaler­weise ist dies ein ödes Stil­element, aber beim Belgier werden solche Berichte zu einem Horror­film. Denn wie in jedem guten Horror­film spielt sich der Schrecken nicht vor unseren Augen, sondern in unserer Imagi­nation ab.

E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann

Diese im Jahre 1816 veröf­fent­lichte Erzäh­lung ist Teil einer Samm­lung von „Nacht­stücken“. Die Entdeckung der Nacht als eigent­lichem Raum der Kreati­vität ist nicht zuletzt auch eine Ent­deckung der Roman­tik – und E.T.A. Hoff­manns.

Der Sand­mann fasziniert seit seiner Erst­veröf­fent­lichung nicht nur ein lite­rarisch interes­siertes Publi­kum. Auch Sigmund Freud schrieb darüber – und nach ihm unzäh­lige Inter­pret*innen.

Dieses E-Book bein­haltet neben dem Origi­naltext von E.T.A. Hoff­mann noch meinen eigenen lite­ratur­psycho­logi­schen Essay über den Sandmann im Text­anhang.

Was die Erzäh­lung für mich bedeu­tet: Die Roman­tik war einer der Themen­schwer­punkte meines Lite­ratur­studiums. Hoff­manns Sand­mann hat mich daher über viele Jahre begleitet.

Mich faszi­niert die Atmos­phäre dieses „Nacht­stücks“, auch wenn die Erzähl­technik for­male und inhalt­liche Brüche aufweist. Aber auch das ist eben Roman­tik: die kunst­volle Gestaltung des Fragmenta­rischen.

Franz Werfel: Die vier­zig Tage des Musa Dagh

Franz Werfel (1890-1945) war wie Rilke oder Kafka Pra­ger Deut­scher. Wäh­rend sein Früh­werk vor allem durch ex­pres­sionis­tische Lyrik ge­prägt ist, schreibt er ab den 1920er Jah­ren vorwie­gend Erzäh­lungen und Roma­ne.

1930 traf er in einem Waise­nhaus in Syrien Über­leben­de des Völ­ker­mor­des an den Arme­nier*in­nen (1915-1918) und wurde durch sie zu seinem Roman Die vier­zig Tage des Musa Dagh inspi­riert. Darin schildert er eine (mehr oder weniger) wahre Be­geben­heit: das Schick­sal von etwa 5000 Arme­nier*in­nen, die sich vor der osma­ni­schen Armee auf den Berg Musa Dağı (Moses­berg) ge­flüch­tet hatten – und über­lebten.

Was der Ro­man für mich bedeutet: Der Musa Dagh ist die erste li­tera­rische Aus­ein­ander­set­zung mit diesem Geno­zid. Natür­lich war das Buch für mich Pflicht­lek­türe, bevor ich meine eigene Aus­einander­setzung, Tage der Nemesis, schrieb. Ich erin­nere mich, es wie in einem Fieber­rausch wäh­rend eines Wochen­endes gele­sen zu haben – ich konnte und wollte den Roman nicht mehr aus der Hand legen.

Für mich ist es eines der epi­schen Meister­werke des 20. Jahr­hun­derts, auch wenn Werfel darin sehr tradi­tio­nell erzählt und damit eher an die großen Roma­ne des 19. Jahr­hun­derts erin­nert.

Georg Büchner: Leonce und Lena

Georg Büchner schrieb seine ein­zige Komö­die 1836, ein Jahr vor seinem frü­hen Tod. Doch dauerte es noch fast sech­zig Jahre, bis das Stück zum ers­ten Mal urauf­geführt wurde.

Kästner zählte Leonce und Lena zurecht zu den wich­tigsten deut­schen Lust­spielen. Der Früh­sozialist Büchner nimmt in seinem (alles andere als harm­losen) Stück die deutsche Klein­staat­erei, adlige Über­heb­lichkeit und Deka­denz, Spießbür­gerlichkeit und Unter­tanentum gleicher­maßen auf die Schippe.

Was das Thea­ter­stück für mich bedeu­tet: Eine der amü­san­testen Komö­dien des frü­hen 19. Jahr­hun­derts. Als ich das Stück zum ersten Mal mit An­fang zwanzig las, habe ich Trä­nen gelacht.

Und ich war begeis­tert davon, wie ein bei­nahe zwei­hundert Jahre alter Text in seiner Komik auch heute noch funktio­nieren kann. Nicht zuletzt Leonce und Lena ließ mich darüber grübeln, was aus Büchner lite­rarisch alles hätte werden können, wenn er älter als Mitte zwanzig geworden wäre.

Fjodr Dostojewskij: Die Dämonen

Fjodr Dosto­jewskijs 1873 veröf­fent­lichter Roman Die Dämo­nen (exak­ter wäre: Die bösen Geister) in der klas­sisch gewor­denen deut­schen Über­setzung von Hermann Röhl aus dem Jahr 1925.

Wahr­schein­lich immer noch einer der besten Ge­heim­bund­romane der Lite­ratur­ge­schichte.

Wer sich für das zaris­tische Russ­land und die wider­strei­tenden Kräfte darin interes­siert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Was der Roman für mich bedeu­tet: Auch wenn der ehe­malige Revo­lutio­när Dosto­jews­kij in dieser mittle­ren Werk­phase zuneh­mend nur noch sturz­kon­ser­vative Haltun­gen Gassi führt, schil­dert er die links­pro­gres­siven Kreise im zaris­ti­schen Russ­land doch mit einer Strahl­kraft, der ich mich nicht zu ent­ziehen vermag.

Zumal vieles von dem, wovor Dosto­jewskij in diesem Roman warnt, ins­beson­dere eine men­schen­verach­tende Ideo­logie, die den Einzel­nen im Namen des Kollek­tivs unterdrückt, in der Sowjet­union dann tatsäch­lich einge­tre­ten ist.

Gustav Mey­rink: Der Golem

Gustav Mey­rink (1868-1932) ver­öffent­lichte Der Golem im Jahre 1915. Das Buch ist meines Erach­tens einer der besten Schauer­romane der deut­schen Sprache – und ein echter Page­turner.

Das Manu­skript wurde zu­nächst nur wi­der­wil­lig von einem Ver­lag ange­nommen; durch einen Recht­schreib­fehler druckte man 20.000 statt 2000 Exemplare. Die aber verkauf­ten sich in rasan­ter Ge­schwin­dig­keit, sodass das Buch eine sechs­stel­lige Auf­lage­nhöhe erreich­te. Damit wurde Der Golem zu einem der bekann­testen Texte der phan­tasti­schen Lite­ratur.

Was der Roman für mich bedeu­tet: Mich hat vor allem die Atmo­sphäre des Buchs tief beein­druckt, dieses Tau­meln durch reale und magi­sche Wel­ten, das Leben in Fin­ster­nis und Nacht.

Aber auch, dass Mey­rink, der eben­falls kon­genia­ler Sati­ri­ker war (und nicht zuletzt für die Münch­ner Wochen­zeit­schrift Sim­plicis­simus arbeitete), auch in diesem Roman seinen Witz und Esprit auf­blitzen lässt und sich selbst und seinen Stoff nicht immer ganz so bier­ernst nimmt.

Klabund: Borgia

Klabund (1890-1928), der eigentlich Al­fred Hensch­ke hieß, führte ein kurzes, hef­tiges, von Schick­sals­schlägen zer­rüt­tetes Leben. Er war Bänkel­sänger, Sati­riker und Lite­ratur­wissen­schaftler „wider Willen“.

Sein histo­rischer Roman Borgia über die spa­nische Adels­familie, die sich im 15. Jahr­hun­dert in den Papst­titel einge­kauft hatte, er­schien in seinem Todes­jahr.

Borgia ist ein Roman der „klassi­schen Moder­ne“: schnell, expe­rimen­tier­freudig, ohne das Publi­kum dabei zurück­zulassen, und von einem bitte­ren Witz durchzogen.

Was der Roman für mich bedeu­tet: Stilis­tisch wie inhalt­lich hoch interes­sant gebaut (nicht zuletzt auch wegen der einge­streuten Thea­ter­szenen), finde ich Borgia einen der besten histo­rischen Romane, die zu lesen ich das Ver­gnü­gen hatte.

Klabund, der sich im Kreis um Wede­kind, später dann auch Pisca­tor und Brecht bewegte, ist meines Erach­tens ohnehin einer der meist­unter­schätz­ten deutsch­spra­chigen Auto­ren des 20. Jahr­hun­derts.

Arthur Rimbaud: Werke

Rimbaud (1854-1891) war das enfant ter­rible der fran­zösi­schen Lite­ratur. Ein früh­reifes Genie, das mit sech­zehn Jah­ren schon gran­diose Ge­dichte schrieb und mit zwanzig aufhörte, über­haupt noch an so etwas wie Text­pro­duk­tion zu denken. Statt­dessen zog er in die Welt hin­aus und führte ein kur­zes, hefti­ges Leben, das selbst einem Aben­teuer­roman glich (von dem man aller­dings sagen würde, dass er ent­schie­den zu dick aufge­tragen sei).

Ich präsen­tiere hier stell­ver­tretend für sein Schaf­fen zwei Werke Rim­bauds auf deutsch und fran­zösisch: Ein Som­mer in der Hölle (Une sai­son en enfer) und die Illu­mina­tionen (Illu­mina­tions). Beide wur­den nach­ge­dich­tet von Paul Zech, der seiner­seits ein enfant ter­rible der deut­schen Lite­ratur war.

Übri­gens er­scheint Zechs Nach­dichtung mei­nes Wis­sens hier­mit zum ersten Mal in E-Book-Form.

Was die Wer­ke für mich bedeu­ten: Rim­baud war die Ikone meiner Ju­gend. Ich habe ihm ein eige­nes Thea­ter­stück gewid­met (siehe hier die Lese­probe von Ein Tod in der Hölle), mein eigenes frühes Schaf­fen verdankt dem fran­zösi­schen Dichter – einfach alles.

Und: Ja, auch wenn man sagt, dass in Zechs Rim­baud mehr Zech stecke als Rimbaud … sicher­lich handelt es sich um sehr freie Nach­dich­tungen, aber die sind sprach­lich so gestal­tet, dass sich ein inten­siver Blick hin­ein lohnt.

Isolde Kurz: Florentiner Novellen

Isolde Kurz (1853-1944) war die Toch­ter des Autors Her­mann Kurz. Ihre Floren­tiner No­vel­len können dem deut­schen Impres­sionis­mus bzw. Symbo­lismus zuge­rech­net werden.

Erst­mals im Druck erschie­nen sind sie im Jahr 1890. Dadurch zäh­len diese Novel­len zu Kurz‘ Früh­werk, das poli­tisch unver­dächtig ist; leider trifft das nicht für ihr Spät­werk zu. Irgend­wie muss man eben versu­chen, Werk und Auto­rin von­einan­der zu tren­nen.

Was das Werk für mich bedeu­tet: Es sind vier Novel­len von (für mich) unter­schied­licher lite­rari­scher Quali­tät. Am bemer­kens­wertes­ten fand ich Der hei­lige Sebas­tian: Die Ver­quickung von Liebe, Poli­tik, Intri­gen und die Ge­schichte um den Fun­damen­talis­ten-Pater Savo­narola, die ich selbst immer schon lite­ra­risch ver­arbei­ten wollte, hatte es mir in meiner eige­nen neo­symbolis­tischen Phase beson­ders ange­tan.

Leonid Andrejew: Erzählungen

Ob­wohl einer der inte­res­san­tes­ten Künst­ler an der Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert – er war nicht nur Autor, sondern auch Kunst­foto­graf -, ist Leo­nid Andre­jew (1871-1919) bis heute in Deutsch­land nur wenig be­kannt.

Seine Erzäh­lun­gen Das rote La­chen (1904) und Die Ge­schich­te von den sie­ben Ge­henk­ten (1908) sind sti­lis­tisch zwi­schen spä­tem Sym­bolis­mus und Ex­pres­sionis­mus angesiedelt.

Auch wenn er neben den kür­ze­ren epi­schen Tex­ten noch einen Ro­man und Thea­ter­stücke ver­öffent­lichte, geht mir per­sön­lich doch nichts über seine meis­ter­haf­ten Erzäh­lungen.

Was die Texte für mich bedeu­ten: Für mich sind die beiden Erzäh­lungen ein­drucks­volle Plä­doyers gegen den Krieg und den Ter­roris­mus. Auch wenn sich in den Sie­ben Ge­henk­ten bereits Andre­jews Abkehr von einer pro­gres­siven poli­ti­schen zu einer rück­wärts­ge­wandten Hal­tung ab­zeich­net.

Christopher Marlowe: Doctor Faustus

Chris­topher Mar­lowe (1564-1593) ist der größte eng­li­sche Thea­terau­tor vor Shakes­peare. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Shakes­pear­schen Stücke in Wahr­heit von Mar­lowe stamm­ten – aller­dings gilt diese These mit­tler­weile als wider­legt. Seine ei­ge­narti­gen Todes­umstän­de haben jeden­falls zu vie­len Spe­kula­tio­nen Anlass gege­ben.

Doc­tor Faus­tus, sein be­rühm­tes­tes Werk, ist ein düs­te­res Mys­terien­spiel, das so gar nichts ge­mein hat mit der Goethe­schen Ver­sion, die aus Mephis­tophe­les einen mehr oder weni­ger harm­losen Spaß­macher Got­tes macht (der zwar stets das Böse will, aber stets das Gute schafft). Hier da­ge­gen ist alles Ver­häng­nis, alles Ver­damm­nis – und, so viel sei vor­wegge­nom­men: es geht für Faus­tus auch nicht gut aus …

Zum E-Book: Die eng­li­sche Aus­gabe, die ich hier prä­sen­tiere, ist die Quar­to von 1604, die frühes­te Druck­fas­sung. Die deut­sche Fas­sung ist eine deut­lich er­wei­terte Fas­sung des Werks aus dem Jahr 1616, aller­dings mit recht zwei­fel­haf­ten Inter­pola­tionen, die mög­licher­weise gar nicht von Marlowe selbst stam­men.


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